Auf folgende bibliothekarische Notiz bin ich gestern auf dem Schmutzblatt der Handschrift Wien, Österreichische Nationalbibliothek, lat. 411, die die sogenannte Hispana Gallica (auf die die
HGA zurückgeht) enthält, gestoßen:
Der Codex ist seit Verbrennung der Straßburger Schwester-Handschrift ein Unicum von hohem Werte, das unter keinen Umständen versandt werden darf. (Vgl. Hof-Bibl. AktZ. 423/1915).
Von der Handschrift gibt es übrigens ein Faksimile: Wiener Hispana-Handschrift. Vollständige Faksimile-Ausgabe im Originalformat des Codex Vindobonensis 411. Einführung Otto Mazal (Codices selecti 41, Graz 1974).
Mit der „Straßburger Schwester-Handschrift“ ist der sogenannte Rachio-Codex (Joachim Richter, Stufen pseudoisidorischer Verfälschung. Untersuchungen zum Konzilsteil der pseudoisidorischen Dekretalen, in: ZRG Kan. 64 (1978) 1–72, hier 14 f.) gemeint, der im Auftrag des Straßburger Bischofs Rachio 787/88 geschrieben wurde und im August 1870 verbrannte.
Glücklicherweise wurde der Codex von Kardinal Jean Baptiste Pitra (1812–1889) beschrieben, so daß wir über Inhalt und Aufbau informiert sind. Die Beschreibung ist abgedruckt von Paul Séjourné, Le dernier père de l’Eglise. Saint Isidore de Séville. Son rôle dans l’histoire du droit canonique (Paris 1929) 514–523.