
Aufgrund des großen Interesses (bislang über 100000 Besucher) wurde auch die Ausstellung
„Die letzten Stunden von Herculaneum“ verlängert – sie ist noch bis zum 28. August 2005 im
Westfälischen Römermuseum Haltern zu sehen.
Gezeigt werden Fundstücke aus Herculaneum, die nie zuvor außerhalb Italiens ausgestellt waren – allein schon deshalb ist die Ausstellung unbedingt sehenswert.
Neben Schmuck (z. B. eine gut erhaltene goldene
Bulla) und Gegenständen des Alltags (z. B. eine Wiege oder ein Tisch), Wandmalereien (z. B. die berühmte „Medea“ oder „Achill und Chiron“) und Mosaiken,

Marmor- und Bronzeskulpturen (z. B. der trunkene Hercules) werden auch Abgüsse der Skelette gezeigt, die 1982 in den Bootshäusern am antiken Strand gefunden wurden. Es sind außerdem zwei verkohlte Papyrusrollen aus der
Villa dei Papiri zu sehen. Blickfang sind die beiden Läufer aus Bronze, die im Herzen der Ausstellung aufgestellt wurden.
Außerdem wurden die verschiedenen Arten der Rezeption des Untergangs von Herculaneum berücksichtigt: Literatur, Bilder, Nachahmungen antiker Kunstwerke nach der Wiederentdeckung Herculaneums Anfang des 18. Jahrhunderts etc.
Die Ausstellung ist gut gegliedert, viele kleinere, abgeschlossene Einheiten verhindern trotz großer Besucherzahlen den Eindruck eines überfüllten Museums. Die Exponate sind systematisch nach dem Ort ihres Auffindens aufgestellt (Bootshäuser, Haus des Granianus, Theater, Augusteum, Villa dei Papiri, Terrasse des M. Nonius Balbus, Haus der Hirsche ...).

In einem abgedunkelten Raum (alle Exponate der normalen Ausstellung wurden entfernt) sind die Ausstellungsstücke gut ausgeleuchtet und kurz und verständlich beschriftet. Allein die weiße Schrift ist nicht immer gut zu lesen. Um den Untergang der Stadt sozusagen rundum erfahrbar zu machen, wurden Oberlichter und Fenster teilweise mit Bildern eines Unwetterhimmels abgedeckt.
Zusätzlich zu den eigentlichen Exponaten gibt es an den Wänden immer wieder großformatige Fotos von Herculaneum (leider nicht immer von den einzelnen Fundstätten selbst) sowie Filme mit CAD-Rekonstruktionen, die den ursprünglichen Zustand Herculaneums und einzelner Fundorte sehr schön veranschaulichen. Weitere Filme informieren über die Katastrophe 79 n. Chr. und die Wiederentdeckung sowie über den Vulkanismus in der Region um die Bucht von Neapel.
Ein umfangreicher Ausstellungskatalog ist im Zabern-Verlag erschienen.
Eine nette Idee für die Gestaltung der Eintrittskarten ist die integrierte Postkarte: nur der untere Teil ist die eigentliche Eintrittskarte, der obere Teil kann abgetrennt und verschickt werden.
Büste des L. Calpurnius Piso Pontifex Die Bronzebüste (Ende 1. Jh. v. Chr.) wird erst seit jüngsten Studien zur Ausstattung der Villa dei Papiri in Herculaneum gezählt. Der Dargestellte konnte aufgrund von Vergleichen mit einem Marmorportät aus Ve
Aufgenommen: Sep 19, 23:38