Mit der Weihe Liudgers zum Bischof am 30. März 805 in Köln wurde der Grundstein für die Einrichtung des Bistums Münster gelegt. Dieses Ereignisses gedenkt Münster im Jahr 2005 mit zahlreichen Veranstaltungen und
Ausstellungen.

Im
Stadtmuseum Münster wird noch bis zum 11. September 2005 die Ausstellung
805: Liudger wird Bischof gezeigt. Sie gliedert sich in drei Teile: Der Raum Westfalen vom 7. bis zum 10. Jahrhundert (Kontakte zwischen Franken und Sachsen sowie Funde aus Westfalen), Liudgerus peregrinus (Stationen Liudgers) und die Entstehung der Stadt Münster (mit neueren archäologischen Funden). Gezeigt werden neben archäologischen Funden auch viele Handschriften aus dem 8. und 9. Jahrhundert (die teilweise von Liudger von seinen Reisen mitgebracht wurden) und Sakralgegenstände. Die Ausstellung ist gut strukturiert und ansprechend gestaltet. Einziger Kritikpunkt: Die Beschriftungen könnten etwas höher angebracht sein.
In der Domschatzkammer läuft (verlängert bis 28. August 2005) die Ausstellung
KirchenSchätze. 1200 Jahre Kunst und Architektur im Bistum Münster. Dort werden die kostbarsten Werke der Kirchenschätze des Bistums gezeigt, vor allem Handschriften und Goldschmiedearbeiten. Vermutlich berühmtestes Exponat ist der sog. „Cappenberger Barbarossakopf“, ein einzigartiges Kopfreliquiar, das Friedrich I. Barbarossa seinem Taufpaten Otto von Cappenberg schenkte.
Weitere Informationen gibt es im
Flyer zu den Ausstellungen (PDF, ca. 438 KB).
Zu beiden Ausstellungen gibt es hochwertige Ausstellungskataloge.
Nachtrag (2005-08-20 12:39): Lobenswert bei der Liudger-Ausstellung sind auch die „Lesehilfen“ – Transkriptionen und Übersetzungen einiger Zeilen der gezeigten Handschriften. Dies macht auch die nicht-illuminierten „nur-Text“-Handschriften für den Nicht-Paläographen interessant.